Das koreanisches Alphabet (Hangeul/한글)

Das koreanisches Alphabet (Hangeul/한글)
0 Stimmen, 0.00 durchschnittliche Bewertung (0% Ergebnis)

Das koreanische Alphabet (Joseongeul / Hangeul) ist eine Buchstabenschrift, die für die koreanische Sprache verwendet wird. Es handelt sich weder um eine logografische Schrift wie bei den chinesischen Zeichen noch um eine Silbenschrift wie die japanische Hiragana oder Katakana. Die einzelnen Buchstaben werden jeweils silbenweise zusammengefasst, so dass jede Silbe in ein gedachtes Quadrat passt. Das koreanische Alphabet wurde im 15. Jahrhundert geschaffen und ist mit geringen Veränderungen heute die offizielle Schrift für das Koreanische in Nordkorea, Südkorea und der Volksrepublik China. Zum Teil wird das koreanische Alphabet gemischt mit chinesischen Schriftzeichen verwendet.

Namen

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Schrift meist „Volksschrift“ genannt.
In Nordkorea und in China wird die Schrift Chosŏn’gŭl genannt, nach dem Staatsnamen 조선 / 朝鮮 bzw. nach der Bezeichnung der Volksgruppe in China, oder schlicht „unsere Schrift“.
In Südkorea wird die Schrift z. T. genauso wie in Nordkorea und China „unsere Schrift“ genannt, meist jedoch Hangeul, entsprechend dem Staatsnamen 한국 / 韓國; diese Bezeichnung wurde erstmals vom Sprachwissenschaftler Chu Sigyŏng 周時經 (1876–1914) verwendet.

Das Alphabet

 

Silbenblöcke

Anlaut: 초성 / 初聲 (choseong)
Nukleus: 중성 / 中聲 (jungseong)
Auslaut: 종성 / 終聲 (jongseong)

Die einzelnen Buchstaben werden zu mehr oder weniger quadratischen Blöcken zusammengesetzt, die jeweils einer Silbe entsprechen. In jeder geschriebenen Silbe gibt es drei Positionen: Anlaut, Nukleus und Auslaut. Bei Silben, die mit einem Vokal beginnen, wird die erste Position mit dem Zeichen ㅇ gefüllt. Die zweite Position wird mit einem Vokal- oder Diphthong-Buchstaben gefüllt. Die dritte Position wird entweder mit einem Konsonantenbuchstaben gefüllt oder bleibt leer.

Je nach der Form der Buchstaben werden die geschriebenen Silben unterschiedlich zusammengesetzt:

Bei (i) ㅣ und den davon abgeleiteten Vokalzeichen steht das Zeichen für den Anlautkonsonant links.

Beispiele – (ha), (hi), (he)

Bei (eu) ㅡ und den davon abgeleiteten Vokalzeichen steht das Zeichen für den Anlautkonsonant oben.
Beispiele – (ho), (heu), (hu):

Bei den Diphthong-Zeichen, die sowohl einen langen waagrechten als auch einen langen senkrechten Strich haben, steht das Zeichen für den Anlautkonsonant links oben.
Beispiele – (hwa), (hui), (hwe):

Die Zeichen für den Auslautkonsonant stehen jeweils darunter.
Beispiele – (hak), (hok), (hwak):

Leerräume und Zeichensetzung

Wörter werden durch Leerräume getrennt, wobei alle Suffixe und Partikeln mit dem vorhergehenden Wort zusammengeschrieben werden. Es werden im Wesentlichen die gleichen Satzzeichen verwendet wie in den europäischen Sprachen.

Schreibrichtung

Die Silbenblöcke wurden ursprünglich so wie bei der chinesischen Schrift in Spalten von oben nach unten geschrieben und die Spalten wurden von rechts nach links angeordnet. Bücher wurden daher aus europäischer Sicht „von hinten“ gelesen. Bei modernen Druckerzeugnissen ist die Schreibrichtung jedoch so wie bei europäischen Sprachen von links nach rechts in Zeilen, die von oben nach unten angeordnet sind.

Verwendung chinesischer Zeichen

chinesische Schriftzeichen:
한자 / 漢字 (Hanja)

Derzeit wird in Südkorea z. T. eine Kombination von chinesischen Schriftzeichen und koreanischem Alphabet verwendet, in Nordkorea werden chinesische Schriftzeichen praktisch nicht mehr verwendet.

Nach einem königlichen Dekret von 1894 sollten alle Regierungsdokumente ausschließlich mit dem koreanischen Alphabet geschrieben werden. Das Dekret wurde jedoch kaum befolgt. Es erschienen wenigstens zwei Zeitungen ausschließlich im koreanischen Alphabet, doch andere Zeitungen verwendeten chinesische Schriftzeichen für Lehnwörter aus dem Chinesischen und das koreanische Alphabet für rein koreanische Wörter sowie Suffixe und Partikeln. Diese gemischte Schreibweise setzte sich allgemein durch.

In Nordkorea wurde 1949 die Verwendung chinesischer Zeichen im Alltag abgeschafft. Später wurde an den Schulen teilweise eine gewisse Anzahl chinesischer Zeichen gelehrt; sie werden jedoch in Druckerzeugnissen und im Alltag praktisch nicht verwendet.

Die südkoreanische Nationalversammlung verabschiedete 1948 ein Gesetz, das die ausschließliche Verwendung des koreanischen Alphabets vorschrieb. Dies wurde im Schulwesen befolgt, jedoch nicht in den Medien und anderen Bereichen der Gesellschaft. 1956 und 1957 folgten Präsidentendekrete, die ebenfalls wenig Erfolg hatten. 1964 schrieb das Bildungsministerium vor, dass 1.300 gebräuchliche chinesische Schriftzeichen an den Schulen unterrichtet werden. 1970 wurde der Gebrauch von chinesischen Zeichen in Dokumenten und Schulbüchern wieder verboten. Ab 1972 wurden wieder 1.800 chinesische Schriftzeichen an den Mittelschulen gelehrt und 1975 erschienen entsprechende Schulbücher. Zeitungen und wissenschaftliche Publikationen beschränken sich jedoch in der Regel nicht auf diese 1.800 chinesischen Zeichen.

In Texten, die ansonsten ausschließlich mit dem koreanischen Alphabet geschrieben sind, werden chinesische Schriftzeichen manchmal angegeben, um die Etymologie bzw. die Bedeutung von Eigennamen und Homophonen zu klären. So wurde der Name im Reisepass in lateinischen, koreanischen und noch vor einigen Jahren auch in den chinesischen Schriftzeichen angegeben.

Textbeispiel

Beispiel eines koreanischen Textes (nur Hangeul)

Beispiel eines koreanischen Textes (Hangeul und Hanja)

Transliteration
Modeun Inganeun Taeeonal ttaebuteo Jayuroumyeo Geu Joneomgwa Gwonrie Isseo Dongdeunghada. Inganeun Cheonbujeogeuro Iseonggwa Yangsimeul Buyeobadasseumyeo Seoro Hyungjeaeui Jeongsineuro Haengdonghayeoyahanda.

Übersetzung
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Vielleicht interessiert dich auch:

Über KPOPvision